Kurventraining

FahrerlagerNachdem ich schon ein Sicherheitstraining absolviert hatte, dachte ich, dass auch ein Kurventraining bestimmt nicht schaden könnte. Allerdings schreckte mich der Preis beim Mototeam Nord doch etwas ab. Mal kurz 149,- Euro für einen Tag war schon heftig. Nun, die weltbeste Muddi ließ sich nicht lumpen und sponserte das ganze zu Sohnemanns Geburtstag.

Nach der Buchung erfuhr ich aber über das bike-forum, dass es noch wesentlich günstigere Anbieter für Kurventraining auf dem Heidbergring gibt. Um es vorweg zu nehmen: Es war teuer, aber richtig klasse und die netten, kompetenten Instruktoren waren ihr Geld wert.

KnieschleiferWie das so bei Seminaren ist, erfolgte eine kurze Vorstellung der Instruktoren, Erläuterung der Sicherheitsmaßnahmen und ein kurzes Entspannungstraining. Danach konnte sich jeder eine Gruppe aussuchen, in der sie/er mitfahren wollte, die da waren: Krabbelgruppe, mittel und Knieschleiferfraktion. Mit meinem einem Jahr Praxis auf dem Mottorad und eher vorsichtiger Fahrweise, entschied ich mich für die Krabbelgruppe. Wie sich herausstellte war ich selbst dort noch das fahrpraktische Küken. Alle anderen fuhren schon einige Jahre länger.

Jede Gruppe fuhr eine viertel Stunde, in den Pausen wurden dann alles Mögliche über Kurventechniken diskutiert, später ging der Moderator auf jeden einzelnen ein und schlug Verbesserungen vor. Wie ging denn das mit dem Fahren so vor sich?

HeidbergringEs war kein wildes Gebretter angesagt, sondern es herrschte absolutes Überholverbot. Nur auf der Geraden ließ sich die/der jeweils erste an den Schluss zurückfallen, die/der jetzt zweite überholte den Moderator, so dass selbiger immer an zweiter Position fuhr. Wenn man vorne fährt ist es ungefähr so, als wenn man von einem eifersüchtigen Torpedo verfolgt wird.


Macht das FreudeWar aber trotzdem ein klasse Gefühl, wenn ich die letzte Kurve nahm, langsam links an den Rand fuhr und erst mal auf die anderen Teilnehmer warten musste. Das war vormittags. Nachmittags ging es rechts herum und obwohl der Heidbergring nicht einmal einen Kilometer lang ist, erging es jedem von uns, als würden wir auf einer anderen Strecke fahren. Bei der ersten Runde glitschte ganz kurz mein Hinterreifen etwas weg. Heftiger Adrelaninschub und ich wurde immer langsamer. Der Moderator meinte in der Pause, da ich morgens so fix unterwegs war, wollte er mich eigentlich in die mittlere Gruppe versetzen aber nun schien ich ja heftig zu schwächeln. Ich brauchte wirklich bis zum Schluss, um nur annähernd die Schräglage und Geschwindigkeit vom Morgen zu erreichen.

Im Oktober habe ich mir noch mal zum Ende der Saison ein Kurventraining gegönnt. Wieder Krabbelgruppe, aber natürlich mit anderen Teilnehmern. Völlig anderer Schnack. Viele fuhren auch schon länger als ich, aber eben auch besser. Ein Mädel, so Anfang 20 düste erst 3 Monate auf ihrer eigenen Maschine und Hilfe war die schnell. Ist also alles relativ.

Fazit: So ein Kurventraining ist oberklasse, macht einen Höllenspaß und bringt bestimmt viel, mit seinem Motorrad besser umzugehen. Und ich bin noch weit entfernt davon richtig gut Motorrad zu fahren. Aber wenn ich schön auf die natürlichen Feinde des Motorradfahrers (Dosentreiber mit gehäkeltem Hütchen über der Klopapierrolle auf der Heckablage) aufpasse, kann ich bestimmt noch eine Menge dazulernen.


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