Mein Mofa

Honda CB 500 S
Wie kommt es, dass sich ein alter Knacker ein Motorrad zulegt?

Nun die letzten Jahre habe ich unmotorisiert verbracht, im Sommer Fahrad gefahren, im Winter öffentliche Verkehrsmittel genutzt. Geht eigentlich auch ganz gut in Hamburg Winterhude, abgesehen von den Momenten, an denen man sich doch wieder ein Auto wünscht.

Im September 2000 war es wieder daran sich nach Fehmarn zum alljährlichen Jimmi Hendrix Revival Festival aufzumachen. Diesmal lief es aber von den Arbeitszeiten von Freunden und mir so blöde, dass ich keine Mitfahrgelegenheit hatte. Erst auf den letzten Drücker, konnte sich eine Bekannte von mir noch ein Auto leihen und so sind wir dort hin.

Auf Fehmarn angekommen sprangen mir die ganzen Biker in's Auge. Die waren die Jahre davor zwar auch dort, aber diesmal waren sie für mich der Inbegriff von Freiheit. Ganz plötzlich schoss es mir durch den Kopf: keine Autobettelei mehr, einfach Zelt hinten drauf und losfahren. Es war wie ein Virus, der mich infiziert hatte.

Zurück in Hamburg habe ich mir die Nase an den Fenstern von Motorradläden plattgedrückt, Freunde angesprochen und das Internet durchforstet, um ersteinmal Eindrücke zu gewinnen, was es alles so auf dem Motorradmarkt gibt. Am schönsten fand ich die Honda sevenfourty, aber vom Fahrrad gleich auf knapp 80 PS? Den 1er Lappen hatte ich damals im Neolitikum gleich mitgemacht, hatte aber recht jung schon Familie, so dass immer nur Autos angesagt waren. Also keine Fahrpraxis.
Selber Schrauben? Bekomme zwar ein Regal an die Wand gedübelt, aber bei Motoren und sowas stehe ich mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn davor. Dann habe ich mich für die Honda CB 500 entschieden. 57 PS nicht ganz unflott, aber auch nicht zu gewaltig, wartungsarm und häßlich finde ich sie auch nicht. Mein Freund Michi (mein Mofameister) riet mir dann noch zu der Halbverkleidung für längere Autobahnfahrten, also CB 500 S.

Bei Honda Sehn in Soltau gab es ein günstiges Angebot und so hatte ich im November ein Motorrad in Michi's Garage stehen.

Im Frühjahr 2001 ging es dann ans fahren. Ich weis noch, wie mir manchesmal der Angstschweiß runterlief, Muskelkater in der linken Hand, weil ich so verkrampft war. Jetzt warte ich auf das Ende des Winters, um mein Mofa aus Garage zu zerren und wieder loszufahren, weil: es ist einfach geil, geil, geil.



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