Neues vom Hamster

Es war ein schöner Herbsttag. Grassoden wurden unwiderstehlich von der Schwerkraft angezogen und landeten mit einem "blop". Der Hamster hatte was Neues, er lernte Golf. Einen Caddie hatte er auch schon. Sein Freund, der Goldfisch hatte das Klatschen mit einer Hand sozusagen innerlich vertäut und hielt es mit Baghwan, der da sagte:"Auch wenn Du eine Schwanzflosse hast, bist Du nicht unbedingt ein Fisch und umgekehrt !???"
Es machte ihm also nicht viel aus für seinen Kumpel den Balljungen zu spielen. Außerdem, wer sollte sich sonst um die kleinen Grassoden kümmern, wenn nicht er oder der Wackelpudding von nebenan ?

Für den Hamster war es ein besonderer Tag. Er wurde 40 Jahre alt. Eigentlich hatte er von diesem Tag etwas mehr erwartet. Dass sich der Himmel auftut und Gott mit tosender Donnerstimme sagt: "Hi, Hamster, herzlichen Glückwunsch". Sowas in der Art. Gott schwieg.
Statt dessen sagte der Goldfisch am 18ten: "Die schwarze Acht in das gegenüberliegende Loch." Oder dass hier auf diesem Grün mit wiegenden Schritten Cindy Crawford auf ihn zukommt, und flüstert: "I love you, my little Hämster". Cindy blieb, wo sie war.

Er merkte, er wurde alt. Man kann auf verschiedene Arten alt werden. Glatze, feuchte Hände, graue Haare, unansehnliche Körper, Hämorrhoiden, Impotenz, eingewachsene Zehennägel, Altersflecken sowas.
Für Erbschleicherei kann man sich auch als alt ausweisen; durch gewisse Tätigkeiten: Einen Ziegenbart wachsen lassen und einfältig kichern (optional : eine Linsensuppe in der linken Hand schwenken, oder einem Hausmeister eine Liebeserklärung vorlesen, Zebras horizontal bemalen und zu behaupten man habe die Karobras entdeckt).
Dies sind aber Scheinheiligkeiten, die nicht einmal seine Mutter überzeugen könnten.

Da würde nur eins helfen: Der Rollstuhl, die Decke(wichtig). Aber das für einen Ferrari und eine eigene Teststrecke ?
Bei diesen Perspektiven würde es sich vielleicht doch lohnen, seinen bisherigen Lebensstandard beizubehalten. Er sah den Goldfisch wieder eine Grassode einpflanzen, den blauen Himmel, und dachte, eigentlich hab ich es doch nicht so schlecht, und bin gut 'drauf.

Außer diesem nervösen Tick, mit Zahnstochern auf Hunde und Katzen zu zielen und dabei laut zu rufen: "Zieh Cowboy", war er eigentlich ganz in Ordnung. Naja, vielleicht noch die Sache mit dem imaginären Nikolaus, mit dem er stundenlang verschieden Sexualpraktiken diskutierte. Ehrlicherweise vielleicht noch die Sache mit dem Unterwasserlachen in der Badewanne, aber das würde jetzt zu weit führen.

Wir, die lieben Leser, der Schreiber und Du dahinten mit den schönen Beinen, sind na klar völlig objektiv.
Könnten natürlich anonym eine Suite im Holiday Inn, für ihn und seine Freundin reservieren und uns aus dem Staub machen. Da uns aber besonders samstags der Hunger auf Spanferkel quält, schmeißen wir unsere Objektivität in einen Ameisenhaufen, vergessen die Feindschaft zwischen Arnold Schwarzenegger und dem Hundesalon, erinnern uns daran, daß es Amöben gibt, nehmen den Hamster in den Arm und wünschen ihm alles Gute zum Geburtstag.

© Doonse, 1996





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